Medienpreis

Topf voll Gold gewinnt unseren Medienpreis 2017

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Für das Ende des Regenbogens: Die Zweite Aufklärung hat ihren diesjährigen Alternativen Medienpreis in der Kategorie Medienkritik an das Projekt „Topf voll Gold“ vergeben. Chefredakteur Mats Schönauer nahm bei der alternativen Award-Gala am 2. Juni im Nürnberger Bildungszentrum den Preis in Höhe von 500 Euro entgegen. „Topf voll Gold“ nimmt die Aktivitäten der Regenbogenpresse kritisch-satirisch unter die Lupe.

Mats Schönauer, Chefredakteur von Topf voll Gold und Preisträger des Jahres 2017, vor der Shilouette Nürnbergs.

Dahinter stehe bei aller Ironie aber ein ernstes Anliegen, betonte Annette Floren, Vorsitzende der Zweiten Aufklärung, in ihrer Laudatio. Mats Schönauer und „Topf voll Gold“ legten offen, dass die Beiträge der Regenbogenpresse einen gefährlichen Charakter hätten, weil „sie manchmal auf Mutmaßungen, oft aber auch auf freien Erfindungen beruhen, mit einer entsprechend hohen Gegendarstellungsquote.“ Diese Zeitschriften führten ihre Leser gezielt in die Irre, so Floren.

Die Aktuelle, das Neue Blatt oder die Freizeitrevue werden dennoch (oder gerade deshalb?) kräftig weitergelesen. In toto kommen die bunten Blätter in Deutschland auf eine wöchentliche Auflage von rund 4,6 Millionen Exemplaren – deutlich mehr als Spiegel, Focus und Stern zusammen genommen.

Mit einem Objekt der Begierde.

„Topf voll Gold“ ist 2013 im Rahmen einer Bachelor-Arbeit der damaligen Studenten Mats Schönauer und Moritz Tschernak an der Uni Dortmund entstanden. Das Projekt fand große Aufmerksamkeit in den Medienressorts und bekam auch schnell viel Zuspruch in der Öffentlichkeit. Nur eine langfristig tragfähige Finanzierung erwies sich als schwierig. Anfang 2016 hat „Topf voll Gold“, zunächst als eigenständige Website betrieben, ein neues Zuhause unter dem Dach von Übermedien gefunden, dem publizistischen Projekt der renommierten Medienjournalisten Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz. Hier wird „Topf voll Gold“ unter der Regie von Mats Schönauer als eigene Rubrik weitergeführt. Mit großem Erfolg. Die Zweite Aufklärung gratuliert ganz herzlich zum Alternativen Medienpreis!

In Nürnberg wurden neben dem Preis für Medienkritik außerdem Preise in fünf weiteren Kategorien (Macht, Zukunft, Geschichte, Vernetzung, Leben) vergeben. Der Alternative Medienpreis wird von der Nürnberger Medienakademie ausgerichtet und von zahlreichen Organisationen wie der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) sowie der Stadt Nürnberg gefördert.

© Die Zweite Aufklärung 2017 (Fotos: Die Zweite Aufklärung)

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Prof. Lutz Frühbrodt

Prof. Lutz Frühbrodt

Lutz Frühbrodt ist seit 2008 Professor für "Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation" an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen zu kommunikations- und wirtschaftspolitischen Themen. Spezialgebiet Mediensoziologie. Zuvor ein knappes Jahrzehnt Wirtschaftsreporter bei der "Welt"-Gruppe - als Teilstrecke seines Marsches durch die Institutionen. Promotion als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität in seiner Heimatstadt Berlin. Volontariat beim DeutschlandRadio Kultur.