Kulturgeschichte

Deutsch-deutsche Kulturgeschichte 1945-1990: Das Projekt

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„Deutsch-deutsche Kulturgeschichte 1945-1990. Erzählt in 40 Biografien“, so lautet der (Arbeits)Titel des Langzeit-Projekts von Prof. Dr. Lutz Frühbrodt von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele:

  • Die wichtigsten kulturellen Entwicklungslinien in der BRD und der DDR sollen nachgezeichnet und daraus Auswirkungen auf die west- bzw. ostdeutsche Gesellschaft abgeleitet werden. Viele davon sind wahrscheinlich Langzeiteffekte, die bis heute spürbar sind.
  • Markante Unterschiede zwischen Ost und West sollen herausgearbeitet werden, aber auch die durchaus vorhandenen Gemeinsamkeiten wie etwa ein gemeinsamer Zeitgeist.
  • Die politischen wie ökonomischen Determinanten des jeweiligen „Kultursystems“ werden herausdestilliert, je nach Epoche oder als historische Konstante.

Es handelt sich also um eine politische Kulturgeschichte. Und dabei wird auch immer der Ost-West-Aspekt berücksichtigt.

Warum das nun alles in Form von Biografien?

Weil es bereits eine Reihe von Kulturgeschichten der deutschen Nachkriegsjahrzehnte gibt, die sich vor allem auf der Handlungs- und Ereignisebene bewegen. Biografien haben indes den großen Vorteil, dass ihre Lektüre in aller Regel mehr Spaß bereitet als reine Sachtexte. Mit ihnen lassen sich zudem die großen Themen der Zeit besser herausfiltern, oft anschaulicher und lebendiger darstellen. Pro Biografie werden schwerpunktmäßig jeweils ein bis drei dieser großen Themen behandelt.

Für jedes Jahrzehnt (1950er, 1960er etc.) werden jeweils zehn Biografien von Literaten*, Filmemachern*, bildenden Künstlern*, Schauspielern* und Musikern* ausgewählt, die die Kultur in Ost und West entscheidend geprägt haben. Die Auswahl erfolgt letzthin subjektiv, aber mitnichten willkürlich nach dem Gutdünken des eigenen politisch-ästhetischen Geschmacks. Die entscheidende Rolle bei der Auswahl der Persönlichkeiten spielt ihre Bedeutung für die zentralen Themenfelder des jeweiligen deutschen Staates.

Die deutsch-deutsche Kulturgeschichte 1945-1990 beginnt mit:

  • Erwin Geschonneck, dem ersten großen Filmschauspieler der DDR und Symbolfigur für den ostdeutschen Antifaschismus
  • Heinrich Böll, Literaturnobelpreisträger und moralisches Gewissen der Bundesrepublik
  • Hartmut König, Kopf der Singebewegung und führender Funktionär für die Jugendkultur der DDR.

© Die Zweite Aufklärung 2020

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Prof. Lutz Frühbrodt

Lutz Frühbrodt ist seit 2008 Professor für "Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation" an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen zu kommunikations- und wirtschaftspolitischen Themen. Spezialgebiet Mediensoziologie. Zuvor ein knappes Jahrzehnt Wirtschaftsreporter bei der "Welt"-Gruppe - als Teilstrecke seines Marsches durch die Institutionen. Promotion als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität in seiner Heimatstadt Berlin. Volontariat beim DeutschlandRadio Kultur.

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