Zivilgesellschaft

Ethisch-ökologische Geldanlagen…

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…gibt es im geregelten Markt unter anderem als Sparangebote und Investmentfonds. Angebote aus dem grauen Kapitalmarkt, z.B. direkte Unternehmensbeteiligungen, bergen oft mehr Risiken als auf den ersten Blick ersichtlich.

Einen Kriterienkatalog für ethisch-ökologische Investments, der allgemein anerkannt ist oder gar offiziellen Charakter hat, gibt es noch nicht. Dafür aber sehr viele verschiedene Herangehensweisen, um Öko-Anlagen zu definieren. Hier eine Auswahl:

1. Ausschlussprinzip: Hier werden bestimmte Kriterien aufgestellt, nach denen nicht in Unternehmen oder z.B. Staatsanleihen von Ländern investiert wird, die unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legen oder „unliebsamen“ Branchen angehören (Rüstungsproduktion, Glücksspiel, Pornografie, Korruption, mangelnder Klimaschutz etc.).

2. Auswahl-Ansatz: Hier werden nach bestimmten Kriterien gezielt die ethisch-ökologischen Vorreiter ausgewählt (z.B. bei der Armutsbekämpfung und Entwicklungszusammenarbeit, bei erneuerbaren Energien, bei der Förderung von Bildung und Gesundheit).

3. Best-In-Class-Ansatz: Hier werden nicht ganze Industrien gefördert, sondern die Vorbilder innerhalb einer Branche, zum Beispiel Autohersteller, die die umweltfreundlichsten Autos produzieren und mit Zulieferern zusammenarbeiten, die die besten Arbeitsbedingungen aufweisen. Vergleiche hierzu erstellen sog. Nachhaltigkeits-Ratingagenturen.

4. Engagement-Ansatz: Hier tritt z.B. eine Fondsgesellschaft in aktiven Dialog mit einem Unternehmen (etwa durch entsprechende Auftritte bei der Hauptversammlung), um dieses zu einer stärker ethisch-ökologisch ausgerichteten Geschäftspolitik zu bewegen. Dazu müssen allerdings viele der Geschäftsprozesse des Unternehmens transparent sein.

5. Asset-Overlay-Ansatz: Hier werden alle Fonds einer Investmentgesellschaft nach bestimmten Ausschlusskriterien bewertet. Problematisch: Wenn zum Beispiel das Kriterium „Keine Produktion von Streubomben“ heißt, dann bedeutet dies nicht automatisch, dass die Produktion anderer Waffen damit ausgeschlossen ist. Der Ansatz funktioniert also nur sehr selektiv. Es besteht die Gefahr, dass über andere Bereiche hinweggetäuscht wird.

6. Integration ethisch-ökologischer Aspekte in die Finanzanalyse: Hier werden ethisch-ökologische Kriterien als Teil der Bewertung von Anlagemöglichkeiten wie Fonds berücksichtigt, u.U. aber sogar als Risiko. Das Verfahren ist meist intransparent und kann vom Anleger nicht nachvollzogen werden.                                        LF

© 2014 Die Zweite Aufklärung

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