Content Marketing

Die Modebranche und ihr Content Marketing

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Die Websites der meisten Modelabel sind als Online-Shops konzipiert, über die Unternehmen findet man nur wenig. Im Zeichen des Content Marketing locken die Labels auf ihren Startseiten aber zunehmend mit reich bebilderten Styling-Tipps, Streetstyle Looks oder Testimonials, oft gebündelt in Online-Magazinen, die über die Homepage des jeweiligen Unternehmens abrufbar sind. Beim schwedischen Modegiganten H&M heißt dieses Magazin H&M Life und bietet die Rubriken Fashion, Beauty, Culture und Video. „Culture“ bedeutet dabei vor allem, H&M-Models zu proträtieren und Markenbotschafter zu interviewen, zum Beispiel die US-Sängerin Katy Perry, die für ihre extravaganten Outfits bekannt ist und deshalb zum Star der H&M-Weihnachtskampagne 2015 auserkoren wurde. Gefragt, was sie im echten Leben mache, antwortet Perry: „Wenn ich nicht auf der Bühne stehe, geht es mir vor allem ums Geschäftliche.“ Hier findet also ein Wertetransfer ohne Schnörkel an die jugendlichen Käufer und Käuferinnen statt.

Nicht nur Topstars wie Katy Perry geben Interviews, sondern auch Nachwuchsmodels wie Imaan Hammam.

Nicht nur Topstars wie Katy Perry geben Interviews, sondern auch Nachwuchsmodels wie Imaan Hammam.

In der Rubrik Video lockt H&M mit Musikclips von bekannten Sängerinnen, die hier zum ersten Mal zu sehen sind. Daneben gibt es aber auch praktische Lebenshilfe: Das Video #hmfallinlove zeigt, wie man sich mit (oder besser: in?) H&M-Klamotten verlieben kann. Neben Models und Musikerinnen nehmen auch Modebloggerinnen breiten Raum bei „H&M Life“ ein. Nicht ohne Grund: In der Modeszene schießen schon seit Jahren Blogs wie Pilze aus dem Boden, wobei die Zahl der eigentlich ungenießbaren Pilze nicht unwesentlich sein dürfte.

Denn nicht immer erkennt man sofort die Blogs, bei denen sich die Autoren, meist junge Frauen zwischen 15 und 25, in den Dienst eines großen Modekonzerns stellen, um mit schicken Bildern und emotional aufgeladenen Kurztexten Schleichwerbung zu betreiben. Oft reisen die Bloggerinnen in die Metropolen dieser Welt, um das angemessen glamouröse Ambiente für ihre Fummel-Paraden zu finden.

 

Auch Otto lässt bloggen

Dass Fashion-Blogging bei der jüngeren Klientel extrem angesagt ist, hat auch der Online-Versandhändler Otto erkannt. Auf Two for Fashion liefern zwei Bloggerinnen genau in der beschriebenen Manier Beiträge zu den Kategorien Beauty, Designer und Leute, Eco-Fashion, Gewinnspiele, Laufstege & Events, Stil und Leben, Stilberatung sowie Streetstyles (Berlin, Paris, Hamburg, New York). Sie bestücken aber auch die Rubrik „Otto inside“, wo ein Blick in alte Otto-Kataloge geworfen wird oder sich Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch als Fan von Otto-Klamotten outet.

Content Marketing mit interaktiver Komponente verfolgte Zalando mit seiner Herbst-Kampagne 2015 „Be an inspiration – Share your style“ (mittlerweile nicht mehr im Netz). Die Besucher sollten ihre besten Looks via Twitter oder Instagram teilen und zum Beispiel mitteilen, wie sexy sie sich finden. Dabei setzte Zalando darauf, dass die Modefans dafür ihren Kleiderschrank für den kommenden Herbst und Winter überprüfen und dabei so manche Lücke bemerken, die unbedingt geschlossen werden muss. Abgerundet wurde das Konzept durch Video-Blogs von zwei Modemachern und einem Fashion-Blogger, die Einblicke und Einsichten geben.

© 2016 Die Zweite Aufklärung (Titelfoto: kichigin19/Fotolia.com)

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